Ein altes Kinoobjektiv aus Metall liegt auf einer dunklen Werkbank, im Glas spiegelt sich ein petrolfarbenes Licht
Ratgeber

Premium A+ Content bei Amazon: was er kann, wer ihn bekommt und was Du dafür brauchst

Amazon hat den Zugang zu Premium A+ deutlich geöffnet, seitdem kommt die Frage in fast jedem Gespräch. Was Premium technisch anders macht, welche Dateien Du produzieren musst und wann sich der Aufwand nicht rechnet.

Was Premium technisch anders macht

A+ Content ersetzt auf der Produktdetailseite die klassische Produktbeschreibung. Das gilt für beide Stufen, den Unterschied machen Fläche, Modulanzahl und Interaktion. Normaler A+ Content arbeitet mit 970 Pixel Inhaltsbreite und höchstens fünf Modulen, Premium geht auf bis zu 1464 Pixel und erlaubt sieben. Auf der Seite bedeutet das vor allem: Bilder, die die Detailseite fast ausfüllen, und Inhalte, die der Kunde anfassen kann, statt nur zu scrollen.

Die Module, die es nur in Premium gibt

Video ist der auffälligste Zugewinn, gleich in drei Varianten: Vollbild, Video mit Textspalte und ein Karussell aus Videos und Bildern. Dazu kommen Hotspots, also ein großes Bild mit zwei bis sechs anklickbaren Punkten. Für erklärungsbedürftige Produkte ist das das stärkste Modul überhaupt, weil es Details zeigt, ohne die Seite mit Text zu füllen. Ergänzend gibt es ein Q&A-Modul mit bis zu fünf Fragen und größere Vergleichstabellen.

Wie Du an Premium herankommst

Premium kostet nichts extra. Früher war die Stufe an einen Jahresumsatz in Millionenhöhe oder eine Einladung gebunden, das ist vorbei. In Amazons Unterlagen steht weiterhin eine zweiteilige Bedingung: eine veröffentlichte Brand Story auf allen markeneigenen ASINs und mindestens fünf genehmigte A+ Inhalte in den letzten zwölf Monaten. Wie streng das gehandhabt wird, beantwortet Dir keine Meldung von außen. Verbindlich ist der A+-Inhaltsmanager unter Werbung: Steht dort das Premium-Angebot, bist Du drin.

Die Brand-Story-Bedingung ist der Punkt, an dem es in großen Katalogen hakt, weil sie für jede einzelne ASIN gilt. Bei unseren rund 40 ASINs ist das überschaubar, bei fünfhundert Artikeln wird daraus ein eigenes Projekt.

Welche Dateien Du wirklich brauchst

Für Bilder gilt durchgehend: JPG, PNG oder BMP, höchstens 2 MB, mindestens 72 dpi. Die breiten Module verlangen ein Desktopbild von mindestens 1464 mal 600 Pixel, dazu meist ein eigenes Bild fürs Handy mit 600 mal 450. Das unterschätzen die meisten: Bei Hotspots brauchst Du ein mobiles Bild je Hotspot, bei Karussells eines je Panel. Aus einem Modul werden so schnell sieben Dateien.

Video läuft als MP4 mit höchstens 200 MB und 180 Sekunden, ein Vorschaubild ist Pflicht. Amazon weist im eigenen Modulleitfaden darauf hin, dass zehn Sekunden oder weniger ideal sind, weil danach im Schnitt abgeschaltet wird. Beim Text arbeitest Du mit harten Zeichengrenzen je Modul, etwa 80 Zeichen Überschrift und 300 Zeichen Fließtext beim Vollbildmodul. Schreib die Texte gegen das Limit und nicht erst im Formular.

Woran die Freigabe scheitert

Die Ablehnungen haben fast immer denselben Grund: Es steht etwas im Inhalt, das Amazon in A+ generell nicht erlaubt. Dazu gehören Preise und Rabatte, Versandangaben, Kontaktdaten, Links, Aussagen zu Garantie und Rückgabe sowie zitierte Kundenrezensionen. Der zweite Block ist handwerklich: unscharfe Bilder, Wasserzeichen, Text im Bild, der auf dem Handy nicht mehr lesbar ist. Prüf jedes Bild einmal in Handygröße, bevor Du einreichst. Die Prüfung dauert bis zu sieben Werktage, rechne fürs Weihnachtsgeschäft also mit zwei Wochen Puffer.

Für wen sich der Aufwand nicht lohnt

Premium spielt seine Stärke bei erklärungsbedürftigen Produkten aus und überall dort, wo Bewegung mehr zeigt als ein Standbild. Wer drei einfache Artikel verkauft und kein Video hat, bekommt vor allem größere Bilder. Das ist etwas wert, rechtfertigt aber selten eine komplette Neuproduktion aller Assets. Ehrlich gerechnet ist Premium kein Freischalt-Thema, sondern ein Produktionsthema: Der Zugang ist kostenlos, die Bilder und das Video sind es nicht.

Wenn Du wissen willst, ob sich das für Dein Sortiment lohnt, schreib uns an mail@oneoptic.de und nenn die Anzahl Deiner ASINs und ob es bereits Videomaterial gibt.